Über mich
Ausbildung
1976 – 1981 Studium der Bildhauerei
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
1977- 1979
Studium der Kunstgeschichte, Uni Stuttgart
seit 1981 freischaffend
als Bildhauerin/Malerin tätig
Beteiligung an Ausstellungen und Symposien
Private und Öffentliche Aufträge
Künstlerisches Arbeiten mit Kindern
Kunstprojekte mit Jugendlichen
Volle Energie für die Kunst: Gedanken zu meiner Arbeit
Farbe und Form
Schon immer habe ich gezeichnet, gemalt und plastisch gearbeitet – es gehört für mich zusammen. Ich brauche die Linie, die Farbe und das plastische Volumen um meine Ideen umzusetzen. Deshalb greifen die Medien manchmal auch ineinander: die Skulpturen werden farbig oder die Bilder werden zum Relief.
In den letzten Jahren dominierte der Umgang mit Farben und Pinseln und es entstanden gemalte Bilderserien, die Ornament, Geometrie und Naturabbild vereinen.
Atelierarbeit
Ich liebe den Umgang mit verschiedenen Werkstoffen, will die Beschaffenheit der Materialien mit meinen Händen spüren, ihren Geruch kennen lernen, ihr Gewicht erfahren um damit auch Größe und Umfang eines neu geplanten künstlerischen Projektes bemessen zu können. Weil es mir Freude macht und ich alles selbst bestimmen will, führe ich nahezu jede Arbeit selbst aus.
Der Einsatz von klassischen Mitteln der Malerei und Bildhauerei ist meine Basis bei allen Werkprozessen. Aufbauend auf diesem Wissen und vielfältigen Erfahrungen kann ich auch neue Wege bei einem Bild oder einer Skulptur einschlagen.
Die Arbeitsprozesse selbst zu organisieren und zu gestalten ist immer spannend für mich. Die sinnlichen Eindrücke beim Arbeiten, zufällig Entstehendes oder auch Fehler beim Arbeiten beeinflussen manchmal ein Werk so sehr, dass es sich komplett verändert. Spontan und ungewollt entstandene Strukturen oder Formen empfinde ich aber oft als lebendige Bereicherung, vor allem wenn das Gefüge streng geplant ist.
Bilder als Gefüge
Beim Malen geht es mir nicht um die Darstellung von naturalistischen Landschafts- oder Himmelsräumen sondern um Bildgefüge, die freie Assoziationen beim Betrachter erzeugen können.
Mit der gestalteten Durchdringung von Geometrie, Ornament und naturnaher Darstellung will ich die gleichzeitige Wahrnehmung verschiedener Bildebenen erreichen. Im Zusammenspiel ergeben dann diese Ebenen das „Ganze“. Wenn dies in einer spannungsvollen Einheit gelingt, erscheint mir das Bild stimmig.
Die Farbe Blau
Das mit unterschiedlichsten Varianten der Farbskala gemalte Blau oder Grau in meinen Bildern kann man nicht nur als Farbfläche, sondern auch als Himmel deuten, wodurch das Bild nicht mehr rein abstrakt erscheint. Ich male mit dem jeweiligen Blaupigment nicht nur die entsprechende Farbe, sondern versuche auch das Licht und die Stimmung, die das Bild prägen, entstehen zu lassen.
Es ist ein umfangreicher Prozess, der aus vielen Schichten oft nur lasierend eingesetzter Farbe besteht. Schicht um Schicht wird diese aufgetragen, bis die Farbtöne stimmen. Zum Malen ich verwende ich für die abstrakten Bildbereiche und der präzise Formen Farbpigmente, Stein- und Glasmehle und Emulsionen, nur in Teilbereichen, die mehr illusionistisch wirken sollen, die Ölfarbe.
Was mich bewegt
Verwandeln, verändern, wachsen oder auflösen sind Prozesse, die die ich in der Natur beobachten kann und die mich interessieren. Für diese Schauspiele der Transformation suche ich nach künstlerischen Entsprechungen, die den Vorgang des Gestaltwandels zeigen.
Manchmal entstehen bei der Umsetzung keramische Objekte mit geschmolzen und erstarrt wirkenden Oberflächen oder auch Skulpturen mit Brandspuren und einer vom Naturlicht beleuchteten Mitte. Manchmal sind es Bilder, die eine Gleichzeitigkeit von Unterschiedlichem aufzeigen, die für mich als Entsprechung stimmig sind.
Skulpturen und Objekte aus Holz
Holz ist ein idealer Werkstoff für mich: ich kann es zuschneiden, zusammenbauen oder schnitzen. Ich kann vollplastische Skulpturen oder auch Bildgründe herstellen.
Das Zusammenfügen von mehreren Holzelementen ermöglicht mir raumgreifendes Arbeiten über Balken-oder Stammdicke hinaus. Der entstehende freie Raum inmitten des Gefüges wird selbst ein Teil des Werkes. Dort liegt für mich der Ort für Energie, Lebendigkeit und Bewegung, vergleichbar mit einem Herzen, das einen Organismus in Gang hält.
Sowohl die Arbeit mit der Handwerkzeugen wie auch der Einsatz von Maschinen ist eine Selbstverständlichkeit und macht mir gleichzeitig große Freude. Bei der Ausstattung von Inventar, Atelier und Werkstatt suche ich nach Möglichkeiten den neuesten Stand der Technik pragmatisch mit den wirklich notwendigen Dingen zu verbinden.
Glas
In die Mitte meiner Holskulpturen setze ich gerne zu Blöcken gefügtes Glas ein, in denen sich das Naturlicht ausbreiten und sich im Tagesverlauf verändern kann.
Es sind Glasscheiben in unterschiedlicher Dicke, die ich verwende. Neue, industriell gefertigte und bis zu zwei Zentimeter dicke Scheiben oder auch alte kleinere Stücke, die nur ein bis zwei Millimeter stark sind und Kratzer und Flecken aufweisen.
Die von mir geschätzten Eigenschaften sind beides Mal gleich: die Scheiben oder Blöcke können das Licht transportieren und damit eine Bewegung und auch vergehende Zeit anzeigen.
co-werk, Raum für Kunst
Kommende Ausstellungen
Skulpturen, Objekte und Bilder von Friederike Schleeh und Jens Hogh-Binder
Juni und Juli 2026
